Aktualisiert am 10.03.2010
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Sprachkenntnisse sind in der Wirtschaft gefragt

Export ist der bedeutendste Wirtschaftsfaktor Österreichs. Ein Bestehen im Export ist nur mit fundierten Fremdsprachenkenntnissen möglich.
 


 
  Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein präsentierte WKÖ-Präsident Christoph Leitl zwei Studien des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) zum "Internationalisierungsgrad des österreichischen Bildungssystems" sowie zum "Fremdsprachenbedarf der österreichischen Wirtschaft".

Die Conclusio der beiden Erhebungen ist, dass Österreich zwar am richtigen Weg sei, aber dennoch ein großer Bedarf an Verbesserungen bestehe. "Österreichs Bildungseinrichtungen müssen Jugendlichen die Grundlagen für ein Berufsleben in einer international werdenden Wirtschaft mitgeben", betonte WKÖ-Präsident Leitl.

Dazu zählen eine fundierte Vermittlung und konkrete Anwendung von Fremdsprachen, vor allem von Englisch, sowie die Beschäftigung mit grundlegenden Zusammenhängen und Funktionsweisen der internationalen Wirtschaft.

Beides seien die Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Export, denn der Export ist einer der wichtigsten Faktoren der österreichischen Wirtschaft und der wesentlichste Motor der Konjunktur - 1,5 Millionen Jobs sind von Waren- und Dienstleistungsexporten abhängig.

Leitl: "Heuer werden wir erstmals beim Exportvolumen die magische Grenze von 100 Mrd. Euro überschreiten und beim Ziel, bis 2007 die Zahl der exportierenden Unternehmen von 15.000 im Jahr 2002 auf 30.000 zu verdoppeln, sind wir voll im Zeitplan."

Waren- und Dienstleistungsexporte erreichen zusammen deutlich mehr als 50% des österreichischen BIP. Zusätzlich wird Österreich auch bei Auslandsinvestitionen immer stärker.

Mit 58 Mrd. Euro österreichischem Investvolumen im Ausland liegt es über dem Investitionsvolumen ausländischer Unternehmen in Österreich (53 Mrd. Euro).

"Diese Erfolgsgeschichte eines kleinen Landes wie Österreich müssen wir fortführen und fördern und dabei müssen wir schon sehr früh ansetzen, bei der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen", so Leitl. Die Schulen müssen die Lust an wirtschaftlichen Zusammenhängen wecken. Dabei ist die Vermittlung von Sprachen unabdingbar.

Leitl: "Englisch ist die Wirtschaftssprache und die Weltsprache, daher soll Englisch zur österreichischen ‚Zweitsprache’ werden." Der Englischunterricht müsse schon im Kindergarten beginnen, fordert Leitl.

Bei der Schwerpunktsetzung auf Englisch dürfe aber auf die Bedeutung anderer Sprachen, vor allem aus den angrenzenden Nachbarstaaten im Osten, nicht vergessen werden.

"Die gemeinsame Initiative ‚go international’ von Wirtschaftministerium und WKÖ ist bei der Forcierung der Sprachen und des Wirtschaftswissens ein wichtiges Mittel", sagte Wirtschaftsminister Bartenstein. Er bestätigte diesbezüglich, dass die initiative bis Ende 2007 verlängert werde.

Studienautor Thomas Mayr vom ibw ging auf die Ergebnisse der Erhebungen ein: Demnach seien 80% der Schüler bereit, im Ausland zu arbeiten, 20% haben bereits einen Auslandsaufenthalt zur Weiterbildung (Sprachkurse etc.) hinter sich.

Problematisch sei das Wirtschafswissen der Schüler, so Mayr. 50% der Schüler geben an, dass sie nur unzureichend über Wirtschaft informiert werden. Mayr: "Das ist erschreckend, da das in den Lehrplänen verlangt wird.

Es mangelt offensichtlich an der Umsetzung." Ebenso falle negativ auf, dass 68% der Sprachlehrer Österreichs keine Fachausbildung im Ausland gehabt haben. Daher stehe die Forderung, dass jeder Sprachlehrer zumindest ein Auslandssemester ablegen müsse. Mayr: "Hier ist höchster Handlungsbedarf geboten." Diesbezüglich seien auch die Lehrpläne zu reformieren, meinte Leitl abschließend.