Nur 43% der Arbeitnehmer stimmen derzeit der Aussage zu, dass es ihrem Unternehmen gelingt, Leistungsträger an das Unternehmen zu binden. Dies ergab eine aktuelle repräsentative Befragung der YouGovPsychonomics AG unter mehr als 2200 Berufstätigen in Österreich ab 16 Jahren.In wirtschaftlichen Krisenzeiten, in denen Stellenabbau und
Freisetzung von Arbeitskräften zur täglichen Realität geworden sind,
gerät das Themenfeld "Mitarbeiterbindung" allzu oft ins
Hintertreffen. Geringe Mitarbeiterbindung verursacht mitunter hohe
Fluktuation, diese wiederum bedingt Mehrkosten und wirkt sich nicht
gerade positiv auf die Arbeitsmoral der verbleibenden Mitarbeiter
aus.
Ein Viertel glaubt nicht an Investition in Mitarbeiter
Jeder vierte Mitarbeiter (27 Prozent) glaubt derzeit nicht an die
Investition des Unternehmens in seine Mitarbeiter. Ein weiteres
Viertel (26 Prozent) rechnet mit Kündigungen im eigenen Unternehmen.
Indizien, die unmittelbar Gedanken über die eigene berufliche Zukunft
ins Leben rufen und mitunter einen Alternativplan für die eigene
Karriere.
"Es handelt sich um ein sehr selektives Phänomen, das nicht alle
Qualifikationsebenen in gleicher Art und Weise betrifft. Gerade
Krisenzeiten sind Bewährungszeiten, in denen Unternehmen ihr 'wahres Gesicht' zeigen. Viele Potenzialträger und hochqualifizierte
Mitarbeiter nehmen Krisenzeiten auch zum Anlass, das eigene
Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen und sich ggf. beruflich neu
zu orientieren", erläutert Dr. Brigitta Wallner, Studienleiterin der
YouGovPsychonomics AG.
Derzeit denken nach eigenen Angaben 20 Prozent der Arbeitnehmer aktiv
über einen Wechsel Ihres derzeitigen Arbeitsplatzes nach. Weitere 29 Prozent
tun dies gelegentlich. Auch wenn die Wirtschaftskrise die
Wechselmöglichkeiten bis zu einem gewissen Ausmaß dämpft, wird durch das aktuelle Agieren des Unternehmens die Mitarbeiterbindung für die Zukunft bestimmt.
"Auf eine Krise folgt immer ein Aufschwung. Und in dieser Phase
wird es durch den erhöhten Bedarf an Arbeitskräften auch zu erhöhter
Fluktuation kommen. Unternehmen können jetzt die Basis für
nachhaltige Mitarbeiterbindung legen", erläutert Dr. Wallner. Firmen
sind auch in Krisenzeiten gefordert, gute Mitarbeiter an sich zu
binden und ihnen langfristige Perspektiven im Unternehmen zu bieten.