Aktualisiert am 09.09.2010
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Einkaufszentren in der Mauser

Nicht mehr große Neubauten, sondern vielmehr zahlreiche Modernisierungs- und Ausbau-Projekte prägen die österreichische Shoppingcenter-Landschaft.
 


 
  Ein erheblicher Teil der 188 Einkaufs- und Fachmarktzentren in Österreich befindet sich derzeit in der Mauser. Eine solche Fülle von Modernisierungen hätte es in Österreich noch nie gegeben. Dies stellte Dr. Stephan Mayer-Heinisch, Obmann des ASCS (Austrian Council of Shopping Centers/Fachvereinigung der Einkaufszentren), anhand jüngster Daten des Beratungsunternehmens Standort + Markt (Baden) fest.

Die Gründe für den Erneuerungsbedarf liegen im für Shoppingcenter hohen Durchschnittsalter mit fast elf Jahren. Ein Drittel der Zentren ist sogar älter als 18 Jahre.

"Während der Lebenszeit all dieser Shoppingcenter haben sich sowohl das Kundenverhalten als auch das Mieterverhalten geändert und gleichzeitig haben neue Handelsformate einen anderen Flächenbedarf", beschreibt Mayer-Heinisch die Veränderungen in der Handels-Szene, die er auch als Präsident des Handelsverbandes besonders gut kennt.

"Dazu kommt schließlich, dass in Österreich kaum noch große, neue Handelsstandorte genehmigt werden, sei es aus Raumordnungsgründen oder aufgrund von politischen Erschwernissen oder wegen des Widerstands von Bürgerinitiativen. Daher ist die derzeitige Entwicklung hin zum Aus- und Umbau fast zwingend logisch".

In Wien wird nicht nur das Donauzentrum zum wiederholten Mal erweitert und erneuert, sondern auch die Millennium City mit einem Relaunch im Food-Bereich beglückt. Das SCN prüft ebenso Weiterentwicklungsmöglichkeiten, um gestärkt in den Konkurrenzkampf mit dem künftigen EKZ in Gerasdorf treten zu können. Darüber hinaus soll die Galleria in der Landstrasser Hauptstraße einer Frischzellenkur unterzogen werden.

In Salzburg laufen aktuell gleich mehrere, größere Modernisierungen: Vom SCA über das Zentrum im Berg (ZIB) und die Kieselpassage bis zum ehemaligen Forum EKZ. Ebenso umfangreichere Aktivitäten - wenn auch heute noch nicht sichtbar - sind laut den Experten in Oberösterreich zu erwarten: Relaunches des Uno Shopping in Leonding, des SEP in Gmunden und des Traunparks in Wels sowie Flächenoptimierungen in der Arkade Taubenmarkt und im EKZ Passage Linz. In Oberösterreich soll weiters soll der X-Garden in Wels auf eine Fashion Mall umgestellt werden und das Haid Centers erweitert werden.

In der Steiermark stehe der Umbau des Innenstadtkaufhauses Kastner & Öhler vor der Tür. Auch im Hinterland von Graz sind Optimierungs- und Erweiterungsmaßnahmen erfolgt: So wurde das salto in Deutschlandsberg im März 2009 um 5.000 m2 auf 15.500 m2 vergrößert und die Arena Fohnsdorf um vier Shops erweitert.

In Kärnten ist im zuletzt vor 14 Jahren renovierten Draupark in Villach eine Renovierung ab dem Sommer geplant, der von der Rutter-Gruppe umgesetzte Relaunch des Neukauf in Spittal an der Drau wurde zwischenzeitlich eröffnet.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung macht auch vor jungen Zentren nicht Halt: So wurde erst unlängst das junge M4 in Wörgl in Tirol durch einen Zubau erweitert und der Murpark in Graz wird laufend optimiert.

Nicht selten müssen Einkaufszentren, welche die kritische Größe noch nicht erreicht haben, die Flucht nach vorne antreten: So soll die Arena Mattersburg in Burgenland schon bald einen maßgeblichen Flächenzuwachs erhalten und in St. Pölten, in Niederösterreich überlegen die neuen Eigentümer des Traisenparks, diesen zu erweitern. Gespannt darf man auf die Aktiviäten im ehemaligen Leoville (Leobersdorf/Niederösterreich) sein, wo angeblich eine spannende Revitalisierung bereits in den Startlöchern steht.

"Auch wenn die von uns erhobenen Projekte nur beispielhaft sind und keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, so zeigen sie doch sehr deutlich, dass sich viele österreichische Einkaufs- und Fachmarktzentren derzeit kräftig mausern", stellt Hannes Lindner fest.