Der Informationsfolder "Schwanger" wurde gemeinsam von Familienministerium, Apotheker- und Ärztekammer erstellt.
"Frauen die nach einem positiven Schwangerschafts-Test überrascht, voller Angst oder verzweifelt sind, wollen und dürfen wir nicht alleine lassen. Wichtig ist von Anfang an die Unterstützung und Hilfestellung in Form von Beratung und Information und das Wissen darüber, wo sie diese erhalten", so Staatssekretärin Christine Marek, die in diesem Zusammenhang auch meint, dass "die Fristenregelung außer Streit steht und mit
dem präsentierten Folder und den Maßnahmen keinesfalls in Frage gestellt werden soll".
Der Folder wird zur Zeit (November 2009) ausgeliefert und künftig beim Kauf eines Schwangerschaftstests in einer Apotheke mitgegeben, in Arztpraxen aufliegen und auch in den 354 Filialen von dm drogeriemarkt neben den Schwangerschaftstests zur freien Entnahme aufliegen.
Der Folder beinhaltet einen kompakten Überblick über flächendeckende Beratungsangebote in Österreich, die Frauen - aber auch Paare - kostenlos und anonym in Anspruch nehmen können.
Darüber hinaus gibt es 200 Beratungsstellen, die kostenlos und anonym Beratung rund um das Thema Schwangerschaft anbieten (68 Stellen davon bieten fast ausschließlich Schwangerenberatung-Familienplanung an).
2008 wurden in diesen mit rund 20.000 Klient/innen etwa 33.000 Beratungsgespräche geführt. Davon seien dem Thema Schwangerschaft 33 Prozent, Schwangerschaftskonflikt 26 Prozent, Empfängnisregelung 33 Prozent und Kinderwunsch 8 Prozent gewidmet gewesen.
Um die Qualität der möglichst einfühlsamen, vielfältigen und ergebnisoffenen Beratung zu sichern, werde jedes Jahr ein Betrag von rund 100.000 Euro für
Beraterweiterbildung investiert. Im kommenden Jahr werde man auch einen inhaltlichen Schwerpunkt in diesem Bereich setzen.
Die Zahlen der Familienberatungsstellen zeigten auch, dass über 20 Prozent der Klientinnen, die Schwangerschafts-Konfliktberatungen in Anspruch nehmen, im Alter von 15 bis 19 Jahre seien. Daher sei die Information und Unterstützung für die Eltern, deren minderjähriges Kind schwanger ist, oder deren minderjähriger Sohn Vater wird, ebenfalls unabdingbar.
"Aus diesem Grund werden wir mit Expertinnen und Experten einen Folder für betroffene Eltern entwickeln und auch hier einen weiteren Schwerpunkt setzen", so Familienstaatssekretärin Marek.
Forderung nach Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen
Marek weist auch darauf hin, dass in Österreich im Jahr 2008 rund 78.000 Kinder auf die Welt gekommen seien und die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche vorsichtigen Schätzungen zufolge zwischen 30.000 und 40.000 liege.
"Das heißt, dass zumindest jedes dritte Kind in Österreich nicht geboren wird, was uns zu denken geben sollte", so Marek und weiter: "Österreich zählt neben Portugal und Luxemburg leider zu den einzigen Ländern, die über kein fundiertes Datenmaterial aufgrund einer nationalen Erhebung verfügen und daher fordere ich eine jährliche Bundesstatistik zu Schwangerschaftsabbrüchen."
Damit solle nicht nur verlässliches Zahlenmaterial zur Verfügung stehen, sondern auch Gründe und Motive für einen Schwangerschaftsabbruch erfasst werden. "Nur so können wir gezielt und kontinuierlich an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten. Ich hoffe auf die Unterstützung des Koalitionspartners und appelliere an Gesundheitsminister Alois Stöger, rasch die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen", so Marek.
Nähere Informationen zu den Familienberatungsstellen in ihrem Bundesland erhalten Sie unter www.familienberatung.gv.at