Aktualisiert am 09.09.2010
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Pflege und Betreuung in Wien

In Wien werden in den nächsten Jahren neue Wohn- und Pflegehäuser errichtet. Damit soll auch in Zukunft die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen gewährleistet sein. Ein neues Buch beschreibt die innovativen Bauprojekte.
 


 
  In Wien leben derzeit mehr als 370.000 Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Mobile und ambulante Dienste wie Hauskrankenpflege, "Essen auf Rädern" oder Heimhilfe betreuen schon jetzt rund 27.000 Personen in Wien.

Doch auch die Notwendigkeit einer stationäre Betreuung in einem Pflegeheim wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Daher werden im Zeitraum von 2010 bis 2015 sechs neue Wohn- und Pflegehäuser sowie zusätzlich drei innovative Wohn- und Pflegeprojekte erbaut. Insgesamt stehen in Wien dann 10.000 Pflegeplätze zur Verfügung.

Das zweisprachig in Deutsch und Englisch abgefasste Buch "wohnen pflegen leben" entstand in Zusammenarbeit mit der Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales der Stadt Wien. Nach einem kurzen historischen Rückblick der Situation der Altenbetreuung in Wien werden die geplanten Projekte und deren innovative architektonische Konzepte erläutert.

Hinter jedem Bauprojekt steht eine eigene Philosophie, ein spezieller Ansatz, der den unterschiedlichen Bedürfnissen der BewohnerInnen gerecht werden soll. Im Wohn- und Pflegehaus in der Leopoldstadt wählte Architekt Helmut Wimmer z.B. eine "Haus im Haus"-Lösung. Jeder Wiener und jede Wienerin träumt angeblich vom Einfamilienhaus. Hier könnte dieser Traum in Erfüllung gehen.

Im Geriatriezentrum Liesing versuchen die Architekten Johannes Kaufmann und Peter Riepl das Haus in den angeschlossenen Park zu integrieren. Im Wohn- und Pflegehaus Simmering soll eine Wohn- und Erlebnislandschaft kreiert werden mit abwechslungsreichen Gassen und Plätzen wie eine kleine Dorfstruktur.

Innovatives Wohnen wird ebenfalls im Pflegehaus Döbling möglich sein, wo Architekt Rüdiger Lainer unterschiedliche atmosphärische Zonen geschaffen hat, in denen sich BewohnerInnen, Personal und Besucher aufhalten können.

Neu in den Überlegungen zum Bau von Pflegehäusern ist ein Ansatz, bei dem das Wohnen und nicht die Pflege im Mittelpunkt steht. Die Raumgestaltung soll zwar funktional im Sinne einer medizinischen und pflegerischen Betreuung sein, doch die Wohnqualität bildet die Grundlage für die Anforderungen in der Gestaltung.

So wird es in Zukunft für jeden Pflegehausbewohner zum Standard gehören, über ein Einzelzimmer mit eigener Loggia zu verfügen. Ebenso werden Grünräume, Begegnungs- und Kommunikationszentren eingeplant, damit betagte Menschen auch in dieser Lebensphase so weit wie möglich eine für sie akzeptable Wohnsituation vorfinden.

wohnen pflegen leben
neue Wiener Wohn- und Pflegehäuser
Bohmann Verlag
ISBN 978-3-85493-170-6