Fast die Hälfte der User in Österreich
sucht im Internet Antworten auf medizinische Fragen, zeigt eine
Erhebung der Statistik Austria.
Darauf reagiert
nun ein neues Gesundheitsportal auf www.gesundheit.gv.at, das von
Sozialversicherung, Patientenanwaltschaften, Selbsthilfegruppen, den Ärzte-, Apotheker- und Zahnärztekammern sowie der Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit gestaltet wurde.
Der Patientenanwalt Niederösterreichs, Gerald Bachinger, unterstützt das
von der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich initiierte
Projekt: "Nun muss der nächste Schritt in Richtung Information und
Beratung mündiger Patienten folgen", meint Bachinger und verweist auf
einen Vorschlag der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich
www.wirmachengesundheit.at, die sich für die Einrichtung eines
medizinischen Telefondienstes einsetzt.
"Ein solches "Medizinisches
Call Center" ist eine optimale Ergänzung für Patienten, die nach
einer Recherche im Internet noch persönliche, auf sie zugeschnittene
Informationen benötigen, und eine wichtige Anlaufstelle für all jene,
die ohne Internet rasch Rat bei einer fachlich geschulten Person
einholen wollen", so Bachinger.
Dass medizinische Telefondienste gut funktionieren, zeigen
internationale Beispiele: Rund 30 Prozent der Schweizer haben über
ihre Krankenversicherung bereits Zugang zu einem solchen Service, ab
heuer soll es allen Versicherten zur Verfügung stehen.
In Deutschland
bieten einige Krankenkassen Medizin-Hotlines an, und auch das
britische Gesundheitswesen (National Health Service) betreibt ein gut
angenommenes Telefonservice.
Rund ein Drittel dieser Anrufer wird zum passenden Facharzt oder
in die passende Klinik weitergeleitet. Ein weiteres Drittel holt nach
einem Arztbesuch über die Hotline eine zweite Meinung ein, und ein
Drittel informiert sich, ob ein medizinisches Problem selbst gelöst
werden kann oder doch besser von einem Arzt behandelt werden soll.
"Die Vorteile liegen auf der Hand: Doppeluntersuchungen, unnötige
bzw. lange Anfahrtswege und Wartezeiten fallen weg, Menschen in
schlecht versorgten Gebieten und ältere Patienten werden besser und
rund um die Uhr erreicht, gleichzeitig sinken die Behandlungskosten",
meint Bachinger.
Sicherheit und Qualität stehen bei einem medizinischen
Telefondienst im Vordergrund: Auskünfte erteilen speziell
ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte, für Rückfragen steht immer ein
Oberarzt zur Verfügung. Während des Gesprächs können die Mitarbeiter
außerdem auf eine umfangreiche Informations-Datenbank zugreifen.